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Radfahrplan 2021-30: Stand der Maßnahmen

01.02.2021 · von Oliver de Neidels

Der Radfahrplan sieht 43 Maßnahmen mit konkreten Umsetzungsterminen vor. Hier gibt es den Überblick über den Stand aller Maßnahmen und eine Einschätzung dazu.

Auch wenn einzelne Maßnahmen erst später umgesetzt werden sollen, muss mit der Planung schon zeitnah begonnen werden um den Termin zu halten. Teilweise gelten die Endtermine vermutlich für die komplette Umsetzung, so dass einzelne Abschnitte bereits früher fertiggestellt sein dürften.

Die Maßnahmen in dieser Auflistung sind direkt aus dem am 10.12.20 vom Rat der Stadt beschlossenen Plan übernommen. Bei einzelnen Maßnahmen ist planerisch noch deutlicher Handlungsspielraum zu erkennen, bei anderen gibt die geltende Rechtslage die Umsetzung schon vor.

Fett gedruckt stehen hier unterhalb die einzelnen Maßnahmen (wörtlich aus dem Radfahrplan übernommen) und darunter jeweils meine Anmerkungen dazu.

Umsetzung 2021/22

„Fahrbahnbeschaffenheit verbessern durch Neupflasterung mit ungefasten Betonsteinen oder Asphaltierung, Unebenheiten , verursacht durch Gullideckel, Aufbrüche durch Baumwurzeln, Absenkungen, Aufpflasterungen nach Tiefbauarbeiten usw. beseitigen“

Es ist nicht ganz klar, auf welche Strecken sich dies bezieht. Dies sollte aber immer Teil der laufenden Instandsetzung sein. Bei einer Neupflasterung oder Asphaltierung sollte der Weg gleichzeitig auf die Regelbreite verbreitert werden. Evtl. ist dafür eine Umplanung des ganzen Straßenraums nötig. Unter dieser Maßnahme verbergen sich vermutlich eher Einzelmaßnahmen und Reparaturarbeiten, da der Zeitraum bis 2021 für eine normgerechte Umplanung nicht ausreicht.

„Keine kombinierten Rad-/Gehwege mehr in Neubau- und Sanierungsgebieten planen. Soweit vorhanden, aufheben.“

Neubaugebiete sind eigentlich immer Tempo-30-Zonen. In diesen darf es keine eigenständigen straßenbegleitenden Radwege geben. Insofern keine Änderung zu bisher. Mir sind derzeit auch keine gemeinsamen Geh-/Radwege bekannt, die aufgehoben werden könnten.

„Einrichtung eines Systems für das Aufladen von E-Bike-Akkus“

Gute Idee für Langzeitparker bzw. Radtouristen. Für den Alltagsradler eher uninteressant.

„Schaffung einer sicheren Überwegung der Ziegelhofstr. von beiden Seiten der Wittmunder Straße z. B. durch Vorhinweis auf der Fahrbahn und durch Beschilderung, vorgezogene Haltelinie und breite Rotmarkierung“

Die Einmündung ist in der Tat sehr gefährlich und muss dringend sicher umgebaut werden. Der Vorschlag ist aber nicht zur Lösung des Problems geeignet. Dort müssen die Abbiegegeschwindigkeiten reduziert werden und die Sichtbarkeit erhöht werden. Außerdem muss sichergestellt werden, dass vor dem Radweg gehalten wird. Das geht nur mit einer baulichen Umgestaltung. Farbmarkierungen auf der Fahrbahn sind keine Infrastruktur und können die Probleme an dieser Stelle nicht lösen. Besser wäre Rückbau der Linksabbiegerstreifen und Verschwenkung der Fahrbahn der Wittmunder Straße nach Norden. Der Geh-/Radweg sollte auf die Regelbreite ausgebaut werden und nahe an der Fahrbahn über eine Aufpflasterung geführt werden. Dies verdeutlicht den Vorrang des Radverkehrs und verringert die Abbiegegeschwindigkeiten.

„Deutliche Markierungen an Ein- und Ausfahrten im Bereich von Tankstellen und Einkaufszentren usw.“

Auch hier gilt: Farbliche Markierungen sind keine Infrastruktur und lösen solche Probleme nachgewiesenermaßen nicht. Besser sind bauliche Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung (Aufpflasterung, Bremsschwellen, schmalere Zufahrten).

„Neuplanung der Radwegführung im Bereich Adolf-Ahlers-Str./Bahnhofstr. im Rahmen der geplanten Bebauung“

Diese Einmündung ist ein Unfallschwerpunkt und sollte dringend umgebaut werden. Die Stelle ist ein Nadelöhr (auch und insbesondere für den Schülerverkehr) und kann nur schwer umgangen werden. Neben der notwendigen Verbreiterung auf die Regelbreite und die Neupflasterung/Asphaltierung muss darauf geachtet werden, dass der Vorrang des Radverkehrs an der Einmündung und der zukünftigen Einfahrt zum Supermarktparkplatz baulich hervorgehoben wird.

“Sicherer Schulweg (Änderung der Verkehrsführung am Schulzentrum Dannhalm/Schulstraße und Harlinger Weg)”

Am Dannhalm ist eine Ausweisung von Fahrradstraßen denkbar (Schulstraße/Bachstraße), vielleicht sogar eine Fahrradzone im gesamten näheren Umfeld. Beim Harlinger Weg kann eigentlich nur das Ziel sein, Elterntaxis aus der engen Straße heraus zu halten.

„Reparaturkits (Luftpumpe, Flickzeug) an Tankstellen auch an Wochenenden, Sonn- und Feiertagen anbieten. Denkbare Anbieter: TouristInfo, Tankstellen, Bahnhof“

Sehr gute Idee, die sich in anderen Orten schon bewährt hat: Stationen mit Werkzeugen an Stahlseilen und Flickzeug-Automaten.

„Einrichtung einer Hotline ‘Störungsmeldung’ über Homepage ‘Stadt Jever’“

Ich habe noch keine Informationen darüber, was dort gemeldet werden soll. Schäden an Wegen, Beleuchtungen oder Schildern lassen sich bisher schon über die Bürgerinfo-Anwendung auf der Webseite der Stadt melden. Für Falschparker auf Geh- und Radwegen empfiehlt sich eine Handy-App wie weg.li, akute Verkehrsgefährdungen sollte direkt die Polizei informiert werden.

„Gründung einer ständigen Arbeitsgruppe ‘Radverkehr’“

Sehr gut Idee um sachverständige Institutionen schon im Vorfeld der Planungen einzubinden.

„Präventionsarbeit (Aktionstage, Pedelec-Kurse, Banner, Plakate, Flyer, Kurzfilme, etc.)“

Sehr gute Idee. Bei vielen Verkehrsteilnehmern gibt es mittlerweile erhebliche Defizite was das richtige Verhalten im Straßenverkehr angeht.

„Antrag fahrradfreundliche Stadt“

Hier ist vermutlich die Mitgliedschaft in der AGFK (Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen/Bremen) gemeint, die die Zertifizierung “Fahrradfreundliche Kommune” ausstellt. Dies ist sehr zu begrüßen.

„Verkehrs-Sicherheitserziehung an den Schulen“

Dies ist ein wichtiger Baustein um die schwächsten Verkehrsteilnehmer auf die eigenständige Teilnahme am Straßenverkehr vorzubereiten. Es muss aber darauf geachtet werden, dass hier nicht nur Fahrradhelme und Leuchtwesten verteilt werden. Ein guter (und erprobter) Ansatz ist, dass über die Kinder der Zugang zu den Eltern gesucht wird. Kindern werden die Verkehrsregeln vermittelt und diese weisen dann ihre Eltern auf Fehlverhalten hin.

„Institutionalisierte Beteiligung des Fahrradbeauftragten in Verwaltungsprozessen (z.B. in Bauleitplanung und Zielvorgabegesprächen)“

Sehr gute Idee um die oft fehlende Fahrradperspektive auf dem kurzen Dienstweg einzubringen. Selbst Verkehrsplanungsbüros sind heutzutage leider oftmals reine Kraftfahrzeugplanungsbüros aus der Windschutzscheibenperspektive.

„Abstellanlagen vor dem Rathaus sollen im Winter nicht mehr entfernt werden“

Mir ist unklar, was damit gemeint ist. Auf dem Kirchplatz gibt es vor dem Rathaus fest installierte Fahrradbügel.

„Eigene Haushaltsstelle im investiven Bereich“

Wichtig, um Maßnahmen korrekt buchhalterisch erfassen zu können. Hier muss man aufpassen, dass keine Investitionen erfasst werden, die eigentlich dem Autoverkehr zugeordnet werden müssen (z.B. wenn Poller gebaut werden müssen, um Radverkehrs-Flächen vor dem Befahren mit Pkw zu schützen, sind dies keine Radverkehrsausgaben).

„Eigenes Kapitel ‘Fahrradverkehr’ im Haushaltsvorbericht“

Wichtiger Verwaltungskram. Nützlich um Investitionen beziffern zu können.

„Einführung einer Rubrik ‘Auswirkungen auf den Fahrradverkehr’ in Beschlussvorlagen“

Sehr wichtig, um mögliche Probleme schon im Vorfeld absehen zu können.

Umsetzung 2021/22 oder bis 2025

„Geschützte Fahrradabstellanlagen an Sammelparkplätzen, Tourismusinfo, Bahnhof, ggfs. mit geeigneten Aufbewahrungs- möglichkeiten für Gepäckstücke.
Aufhebung eines Teils des Parkplatzes vor dem Graftenhaus/Tourismus Info zugunsten des Baus einer überdachten Fahrradabstellanlage mit Schließfächern und Lademöglichkeit für Pedelecs und E-Bikes“

Wichtig für Langzeitparker/Pendler und Radtouristen. Wichtig bei Abstellanlagen: Es soll nicht nur große Premium-Anlagen geben, sondern möglichst viele Radbügel in kleinen Gruppen verteilt in der Stadt. Radfahrende mit einem konkreten Ziel wollen ihr Rad möglichst nah am Ziel abstellen. Sammelparkplätze für Autos sind keine Ziele, die primär mit dem Rad angesteuert werden, besonders nicht, wenn sie in Jever eher versteckt in zweiter Reihe liegen.

„Ausbau und Ertüchtigung Moorlandsweg von K 332 (Addernhauser Straße) bis Mühlenstraße“

Sehr gute Idee. Gut nutzbar als Teilstrecke des geplanten Radrundwegs und als gute Abkürzung von Rahrdum Richtung Famila.

„Planung Radwanderweg von Mühlenstraße bis Hooksweg entlang Moorlandstief“

Sehr gute Idee. Gut nutzbar als Teilstrecke des geplanten Radrundwegs.

„Besondere Kennzeichnung (Rotmarkierung, Schutzstreifen, Verkehrszeichen auf der Fahrbahn) an gefährlichen Stellen (z.B. Schillerstr., Wangerländische Str., Wege zu Schulen und Kindergärten)“

Auch hier gilt: Farbliche Markierungen sind keine Infrastruktur und lösen solche Probleme nachgewiesenermaßen nicht. Besser sind bauliche Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung (Aufpflasterung, Bremsschwellen, schmalere Zufahrten mit engeren Kurvenradien). An der Ecke Schillerstraße/Wangerländische Straße gerne in Kombination mit einer Verkehrsinsel.

„Verbesserte Angebote für Kombination ÖPNV und Radverkehr (Bus+Rad, Bahn+Rad), Abstellanlagen an Haltestellen“

Sehr gute Idee um Pendlern den Umstieg zu erleichtern. An gut frequentierten Haltestellen sind zugangsgeschützte Abstellanlagen hilfreich. Auch die Fahrradmitnahme sollte kein Glücksspiel sein.

„Aufstellflächen für Radfahrer an den Ampelkreuzungen Blaue Str./Wittmunder Str. und Anton-Günther-Str./Mühlenstraße“

Dies ist sehr hilfreich, um Radfahrenden an den Kreuzungen in das Sichtfeld der Autofahrenden zu holen. Wichtig ist, dass diese Aufstellflächen gut umgesetzt sind, in ein Gesamtkonzept eingebunden (wie geht es nach der Ampel weiter?) und nicht von Pkw blockiert werden. Evtl. müssen die Kreuzung umgebaut werden, wenn Induktionsschleifen verbaut sind.

„Förderung des Fahrradverleihs“

Sehr gute Idee. Dies ist einerseits für den Tourismus wichtig, andererseits kann es aber auch durch den Verleih von Lastenrädern helfen, die Anzahl von Pkw in der Stadt zu reduzieren.

„Fahrradabstellanlagen an Schulen“

Sehr wichtiger Punkt. Für Schüler:innen ist das Fahrrad das einzige eigenständig nutzbare Fahrzeug für den Individualverkehr. Abstellanlagen an den Schulen sollten deshalb immer auf dem neuesten Stand sein: Überdacht, mit Fahrradbügeln ausgestattet und großzügig dimensioniert. Auch Lehrer:innen sollten beim Parken nicht vergessen werden.

Umsetzung bis 2025

„An besonders gefährlichen Streckenabschnitten Radverkehr nur dann auf Gehwegen erlauben, wenn mindestens 2,5 m nutzbare Gehwegbreite ein gefahrloses Miteinander von Fußgängern und Radfahrern zulässt.“

Sehr wichtiger Punkt, der massive Auswirkungen auf die Nutzung der Wege in der Stadt hat. Der Großteil der heute als “Gehweg, Radverkehr frei” beschilderten Wege darf dann zukünftig nicht mehr genutzt werden. Dies entspricht der schon seit längerem gängigen Praxis und betrifft bis auf kurze Teilstrecken z.B. alle Wege entlang der ehemaligen B 210. Da der Radverkehr dann für alle Personen über 10 Jahren auf der Fahrbahn stattfinden muss, kann und sollte aus diesem Grund dort Tempo 30 angeordnet werden.

Diese Maßnahme ist eigentlich ziemlich einfach umzusetzen (Durch das Abschrauben der Zusatzschilder “Radverkehr frei”), deshalb verwundert es, dass es bis 2025 dauern soll. Vermutlich sind hier Teilstrecken schon früher dran oder es soll nach Alternativmaßnahmen geschaut werden, weil die Auswirkung des Fahrverbots sehr deutlich zu spüren sein werden.

„Benutzerfreundliche/r Sanierung/ Ausbau und Beschilderung der Nebenstraßen zu den Hauptrouten als für den Radverkehr bevorrechtigte Straßen (z.B. Schulweg rückseitig der Mühlenstr. bis Tivoli)“

Es gibt leider wenige Nebenstraßen auf die das zutrifft und die dafür effektiv umgestaltet werden können. Bei der Mühlenstraße bietet sich die rückwärtige Führung zumindest für den Schülerverkehr an.

„Überprüfung und ggfs. Verbesserung der Beschilderung und Wegführung touristischer Strecken im Stadtgebiet, inkl. Ausarbeitung touristischer Routen (2 Std., 4 Std, Tages- und Mehrtagestouren in interkommunaler Zusammenarbeit bei Übernachtungen)“

Sehr gute Idee um den Radtourismus in die Stadt zu holen und zu fördern. Jever liegt schon an mehreren Radrouten (Tour de Fries, Nordseeküsten-Radweg) und kann sich als Ausgangspunkt zu einem großen Netz entwickeln.

„Flächenhafte Verkehrsplanung in Wohngebieten, Unterbindung von ‘Schleichwegen’ für Kraftfahrzeuge“

Wichtiger Punkt. Wohngebiete sollten für Kraftfahrzeuge Sackgassen sein und nur für Radfahrende in alle Richtungen durchlässig. So wird der Radverkehr gefördert und innerstädtische Autofahrten vermieden, weil das Fahrrad schneller am Ziel ist als das Auto. Dazu kann auch gehören an bisher durchgängigen Straßen Modalfilter zu bauen (Poller, Blumenkübel), die nur vom Fuß- und Radverkehr passiert werden können.

„Kopfsteinpflaster im Bereich Kostverloren/Schlachte und Bahnhof aufheben“

Sehr guter Punkt. Im Augenblick können diese Bereiche mit dem Fahrrad kaum befahren werden. Diese Maßnahmen sollten genutzt werden, um diese beiden Verkehrsknotenpunkte für alle Menschen umzugestalten.

„Verbesserung der Radwegführung im Bereich der Auf-/Abfahrten zur B 210 durch bauliche Vorverlegung der Radwegfurt an den Fahrbahnrand, sowie deutlichere Beschilderung und Rotmarkierung auf der Fahrbahn (vgl. A 29 Wilhelmshaven Autobahnauf-/abfahrt Nr. 3 ‘Coldewey’)“

Wichtiger Punkt. Hier sollte es nicht bei der Rotmarkierung bleiben, sondern die Geschwindigkeiten müssen gleichzeitig baulich reduziert werden und die Sichtbeziehungen verbessert. Die genannte Auffahrt in Wilhelmshaven ist durch die hohen Abbiegegeschwindigkeiten und die Breite der Einmündung eigentlich kein gutes Beispiel.

„Verbesserung der Radwegführung im Bereich der Kreisverkehre“

Wichtiger Punkt. Auch hier sollten die Geschwindigkeiten im Kreisverkehr mit baulichen Mitteln reduziert werden und die Querung der Geh- und Radwege deutlich vom Kreisverkehr absetzen und den Gehwegteil mit Zebrastreifen versehen.

„Überprüfung und ggfs. Neuplanung der Beschilderung für den innerörtlichen und touristischen Radverkehr (z.B. ‘Radfahrer kreuzen’)“

Sehr zu begrüßen.

„Seitenbewuchs und Laub öfter beseitigen, damit der Rad-/Gehweg effektiv breiter nutzbar ist. (Reinigungsintervalle erhöhen)“

Dies sollte im Rahmen der laufenden Pflege sowieso passieren. Die Umsetzung bis 2025 scheint mir etwas zu langfristig gedacht.

Planung bis 2025 einleiten

„Ausbau/Ertüchtigung des Hooksweges als (touristische) Verbindung nach Wangerland in Kooperation mit Wangerland, inkl. Verweil- und Unterstellmöglichkeiten“

Sehr zu begrüßen. Der Hooksweg wird von vielen Nutzern als tägliches Ärgernis wahrgenommen, weil das Miteinander der Verkehrsarten dort nicht funktioniert. Diese Maßnahme sollte genutzt werden, um grundsätzlich über eine Änderung der Verkehrsführung nachzudenken.

„Ausbau/Ertüchtigung der Fahrradverbindung nach und von Wittmund gemeinsam mit Stadt/LK Wittmund. Errichtung einer Fahrradschnellverbindung von/nach/durch Jever.“

Sehr gute Idee. Auf der Strecke nach Wittmund ist ausreichend Platz für einen Radschnellweg vorhanden, der dann auch nach Schortens verlängert werden kann. Es ist wichtig, dass an beiden Enden eine gute Integration in das innerstädtische Netz vorhanden ist. Hat viel Potential um Pendler vom Auto aufs Rad umsteigen zu lassen.

„Geschwindigkeitsbeschränkung im gesamten Innenstadtbereich (nicht nur auf Nebenstraßen), sobald die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen.“

Sehr wichtiger Punkt. Meiner Meinung nach liegen die Vorraussetzungen für viele Teile der Stadt schon vor (durch die Nähe zu Schulen, Kindergärten, Altenheimen). Spätestens, wenn die Radfahrenden auf den Hauptstrecken nicht mehr auf den Gehwegen fahren dürfen, kann und sollte dort Tempo 30 angeordnet werden.

„Beseitigung der Engstelle Mühlentief/Wittmunder Str.“

Gute Maßnahme.

„Hinweis auf Geschwindigkeitsbegrenzung (ggfs. Schritttempo) bei Nutzung von kombinierten Rad- und Fußwegen (ggfls. Aktionen)“

Die Schrittgeschwindigkeit gilt nur auf Gehwegen, die für den Radverkehr freigegeben sind. Vermutlich sind diese gemeint. Dort ist es aber eine wichtige Maßnahme, da diese Regelung bei vielen Radfahrenden nicht bekannt ist. Es müssen dann aber auch Alternativen aufgezeigt werden. Bei ausreichend breiten Wegen mit wenig Konfliktpotential lässt sich aber möglicherweise auch mit einer Änderung der Beschilderung etwas erreichen. 

Umsetzung bis 2028 bzw. weitere Diskussion/externer Fachverstand nötig

„Grundsätzliche Aufhebung der Mitbenutzung von Gehwegen durch Radverkehr und Überführung des Radverkehrs auf die Fahrbahn. Radverkehr nur noch in Ausnahmefällen in stark gefährdeten Bereichen mit wenig Fußgängerverkehr zulassen. Ausreichende Gehwegbreite mit Sicherheitsabstand zu Grundstücksseite und zur Fahrbahn muss gewährleistet sein. Entscheidung in Einzelfällen.“

Dies ist seit Jahren eigentlich der Regelfall. Wie viele andere Kommunen hängt Jever hier aber noch deutlich mit der Umsetzung hinterher. Da es in Jever kaum Straßen gibt, in denen der Gehweg die Mitbenutzung durch den Radverkehr zulässt, gibt es hier eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Schaffung von normgerechten eigenständigen Radwegen an den Hauptstraßen oder bei Mischverkehr Ausweisung von Tempo 30.

Weitere Diskussion/externer Fachverstand nötig

„Ausbau der alten B 210 zu einer Schnellverbindung zwischen Jever und Schortens“

Hier gilt das gleiche wie für den Radschnellweg Richtung Wittmund: Sehr gute Idee. Durch die überbreite Trasse der ehemaligen B 210 ist ausreichend Platz für einen Radschnellweg vorhanden, der dann auch nach Schortens verlängert werden kann. Es ist wichtig, dass an beiden Enden eine gute Integration in das innerstädtische Netz vorhanden ist. Hat viel Potential um Pendler vom Auto aufs Rad umsteigen zu lassen.

Abgeschlossene Maßnahmen

Hier stehen zukünftig die bereits abgeschlossenen Maßnahmen. Im Moment ist hier noch nichts zu finden.


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Über den Autor

Mein Name ist Oliver de Neidels, ich bin 1979 geboren und wohne seitdem in Jever. Ich fahre gerne Fahrrad und versuche in meinem Alltag so weit es geht auf mein Auto zu verzichten. Das geht in unserer ländlichen Region natürlich nicht immer. Fußballplätze auf Dörfern sind sonntags morgens um 9 Uhr nicht mit dem ÖPNV zu erreichen. Aber innerhalb der Stadt bekommt das Rad fast immer den Vorzug.

Ich bin verheiratet und habe drei Kinder, die hier zur Schule und zum Kindergarten gehen. Ich bin selbständig und habe ein kleines Unternehmen, das Webseiten wie diese hier baut.